Blaue Karte EU beantragen

Hochqualifizierte Fachkräfte und Akademiker aus Drittstaaten außerhalb der EU können die Blaue Karte EU als vereinfachte befristete Arbeitsgenehmigung beantragen. Der Antrag muss bei der zuständigen Ausländerbehörde gestellt werden. Die Ausländerbehörde ist in aller Regel bei den Landkreisen (mittlere Verwaltungsebene) angesiedelt. Die Ausländerbehörde muss regelmäßig die Arbeitsbehörde, die Agentur für Arbeit, bei ihrer Entscheidung über den Antrag auf die Bluecard beteiligen.

Antragsvoraussetzungen

Deutscher Hochschulabschluss, ausländischer Hochschulabschluss, der anerkannt ist oder ausländischer Hochschulabschluss, der einem deutschen vergleichbar ist

Die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) bietet eine Online-Datenbank, in der man abfragen kann, ob der ausländische Hochschulabschluss in Deutschland anerkannt ist.

Wenn die Datenbank des ZAB keine aussagekräftige Information beinhaltet, müssen Blue-Card-Antragsteller bei der ZAB eine individuelle, gebührenpflichtige Bewertung ihres Abschlusses beantragen und diese der Ausländerbehörde vorlegen.

Qualifizierte Beschäftigung mit einem Mindestgehalt von jährlich 46.400 Euro brutto oder jährlich 38.688 Euro brutto in einem Mangelberuf

Es muss eine qualifizierte Beschäftigung, ein Arbeitsverhältnis vorliegen, aus dem ein Jahresbruttoeinkommen von mindestens 46.400 Euro resultiert. Das sind 3.867 Euro brutto im Monat.

Ein Jahresbruttoeinkommen in Höhe von 38.688 Euro, also 3.224 Euro brutto im Monat reicht in bestimmten Mangelberufen aus. Solche Berufe sind gegenwärtig: Naturwissenschaftler, Mathematiker, Architekt, Raum-, Stadt- und Verkehrsplaner, Designer, Ingenieur, Ingenieurswissenschaftler, Humanmediziner (nicht: Zahnarzt) sowie die akademische Fachkraft in der Informations- und Kommunikationstechnologie.

Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit

Liegt ein deutscher Hochschulabschluss vor und wird bei einer Beschäftigung ein Jahresbruttoeinkommen von mindestens 46.400 Euro oder von mindestens 38.688 Euro in einem Mangelberuf erzielt, so ist keine Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit notwendig.

Eine Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit ist jedoch erforderlich, wenn ausländischer Hochschulabschluss vorliegt und eine Beschäftigung in einem Mangelberuf angestrebt ist.

Berufsausübungserlaubnis

Falls für eine Berufsausübung nach anderen deutschen Rechtsvorschriften eine Erlaubnis vorgeschrieben (etwa Humanmedizin, Ingenieurswesen), muss das Vorliegen dieser Erlaubnis bzw. deren Zusage vor Erteilung der Blauen Karte EU nachgewiesen werden.

Wohnsitz im Zuständigkeitsbereich der jeweiligen Ausländerbehörde

Die jeweilige örtliche Ausländerbehörde kann nur ausländischen Staatsangehörigen mit angemeldetem Wohnsitz in ihrem Zuständigkeitsbereich einen Aufenthaltstitel erteilen. Das setzt natürlich ein bereits bestehendes Aufenthaltsrecht aus anderen Gründen voraus. In allen anderen (also den meisten Fällen) muss bei der deutschen Auslandsvertretung zunächst ein Visum für die Einreise nach Deutschland beantragt werden und dann vor Ort in Deutschland die Blaue Karte bei der jeweiligen Ausländerbehörde.

Vorzulegende Unterlagen

- Gültiger Pass

- 1 aktuelles biometrisches Foto: Es muss die Maße 35mm x 45mm haben, eine Frontalaufnahme mit neutralem Gesichtsausdruck und geschlossenem Mund sein. Man muss gerade in die Kamera blicken. Der Hintergrund muss hell sein.

- Hochschulzeugnis: Eventuell ist – falls erforderlich – die Bewertung der ZAB beizufügen, s.o..

- Arbeitsvertrag oder konkretes Arbeitsplatzangebot

- Formular Antrag auf Erteilung eines Aufenthaltstitels: Eine Aufenthaltserlaubnis darf nur auf ausdrücklichen Antrag hin erteilt werden.

- Formular Antrag auf Erlaubnis einer Beschäftigung: Das ist nur notwendig, wenn die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit erforderlich ist, s.o..

- Formular Stellenbeschreibung: Das ist nur notwendig, wenn Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit erforderlich ist, s.o..

- Berufsausübungserlaubnis: Nur wenn Rechtsvorschriften eine solche vorsehen.

 

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